Brav_a {spanish: fierce, rough, angry, brave} queer-feminist zine 2018-04-02T19:17:57Z Copyright 2018 WordPress Administrator <![CDATA[Eure Kleinanzeigen gesucht!]]> http://brava.blogsport.de/2018/04/02/eure-kleinanzeigen-gesucht/ 2018-04-02T19:17:57Z 2018-04-02T19:17:57Z Allgemein [English below]

Wir suchen für die nächste Brav_a-Ausgabe Kleinanzeigen. Wir wollen 2 Seiten mit traditionellen Kleinanzeigen drucken, so wie damals in der Wendy. Suchst du Brieffreund_innen? Flirtkontakte, Mitglieder für deinen feministischen Buch-Club oder willst du deine alte e-Gitarre verschenken, weil deine Riot Grrrl-Phase schon lange vorbei ist? Bitte fasst euch kurz (350 Zeichen, inkl. Leerzeichen) und schickt uns eure Anzeigen bis zum 15. April. Nennt entweder eine Mailadresse in der Anzeige oder wir vermitteln den Kontakt ganz anonym durch Chiffre-Nummern. Also jemand schreibt uns und fragt nach dem Konkat zur Nummer 0001 und wir würden das dann an dich weiterleiten.

Hier ein ernstgemeintes Beispiel:

Queer-feministisches Redaktionskollektiv sucht Mitglieder. Für ein Zine im Stil eines Teenie-Magazin sind wir schon im Senior_innenalter, daher freuen wir uns über Leute die Lust haben mitzumachen – entweder um mit Texte auszuwählen oder um Aufgaben wie die In&Out-Liste zu übernehmen. Schreibt an brav_a@gmx.de um mal nen Kaffee mit uns zu trinken.

Übrigens: Es geht langsam aber stetig voran mit der 10. Ausgabe. Wir planen den Release für Ende Juni, wenn wir es hinbekommen mit einer größeren Party und Workshops und so. Wir sagen euch auf jeden Fall rechtzeitig Bescheid! Bis dann!

[English]

In the next issue we want to print 2 pages of classifieds – so if you‘re looking for a penpal, a flirt, members for your feminist book club or you want to give away your old e-guitar, because your riot grrl phase is over, please send us your ad till the 15th of April. It should be short (max. 350 characters, spaces included) You can either put your e-mail-adress into the ad or we will anonymously convey responses. So for example someone writes to us and askes to be connected to the author of ad #0001 and we will forward you the message.

Here a serious example:

Queer-feminist editorial collective is looking for members. For doing a zine in style of a teenmag we‘re approaching retirement age. Therefore we‘re lookig forward to people who would like to join us – either by selecting articles with us or for single tasks like curating the in&out list. Write to brav_a@gmx.net to get a coffee together.

By the way: We‘re making slow progress on issue #10. We‘re planning the realese for End of June and would like a big release party, if we can make it happen. We will let you know in time! See you then!

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Administrator <![CDATA[Rezension: Wege zum Nein]]> http://brava.blogsport.de/?p=75 2018-02-25T09:04:12Z 2018-02-25T09:04:12Z Allgemein Buchcover von Wege zum NeinDas Buchprojekt „Wege zum Nein. Emanzipative Sexualitäten und queer-feministische Visionen. Beiträge für eine radikale Debatte nach der Sexualstrafrechtsreform in Deutschland 2016“ (256 Seiten, 14.00 EUR), herausgegeben von Sina Holst und Johanna Montanari, das 2017 im assemblage Verlag erschienen ist, folgt dem Anliegen weitere Gespräche, Debatten und Auseinandersetzungen nach der Sexualstrafrechtsform zu fördern und herauszufordern.* Dem Thema nähern sich die Herausgeber_innen und eingeladenen Autor_innen in insgesamt 13 Beiträgen aus verschiedenen Perspektiven.
Die einzelnen Texte sind zehn verschiedenen Schwerpunktsetzungen zugeordnet und zusätzlich am Ende jedes Textes finden sich noch Vorschläge für weitere Vertiefungen innerhalb des Buches. Diese Form der Strukturierung ist Ergebnis des Versuches der beiden Herausgeber_Innen zur Interaktion mit dem Buch anzuregen und das klassische lineare Lesen und Steckenbleiben zu durchbrechen, wie sie in ihrer Einleitung – in Anlehnung an „Yes means Yes!“ von Valenti und Friedman (2008) – ausführen. Ich möchte deswegen in meiner Rezension meine Route durch das Buch skizzieren und Leseeindrücke schildern.

Mein Weg durch „Wege zum Nein“

Das VorWort gestalten die Herausgeber_innen als Ein_ladung und bemerkenswerterweise bewirkt das, mich in eine Ja_ Stimmung zu versetzen.
Für eine Auseinandersetzung braucht es Offenheit und gerade bei der Beschäftigung mit Sexualität, Grenzüberschreitung, Strafrecht besteht ein großes Risiko nicht offen zu sein, zumindest merke ich das bei mir. Die Ein_ladung statt Einleitung ist unerwartet und reißt mich so auch aus meiner Abwehr heraus. Ich werde offen und bin bereit mich auf diese Reise durch dieses Buch zu machen, obwohl und trotzdem ich genau weiß, um die Brisanz der Inhalte auch für mich persönlich. Die kurze, knappe Positionierung seitens der Herausgeber_innen zur Verwendung der Begriffe sexualisierte Gewalt/ sexuelle Gewalt vermittelt mir ein sicheres Gefühl, gerade weil ich schon oft erlebt habe, dass die Begrifflichkeiten unklar verwendet wurden und mein Bedürfnis nach einem aufmerksamen Umgang damit, mit der beschämenden Zuweisung von „übertriebener Kleinlichkeit“ abgetan wurde. Anliegen des Textes werden klar formuliert. Es will Ressource sein, eigenes Denken ernst zu nehmen, und anregen mit den Texten in Interaktion zu gehen: Ich bin gespannt.
Das, was in der Ein_ladung gelungen ist, wird für mich abgeschwächt durch die nun folgende fast wie eine Anleitung anmutende Gebrauchsanweisung. Ich dachte ich kann machen, was ich will – Yeah! Und jetzt dann doch nicht?

Es kommt eine Art zweites Inhaltsverzeichnis im Fließtext. Die 10 Themenkomplexe werden vorgestellt und die Textbeiträge werden diesen zugeordnet und jeweils kurz zusammengefasst. Die Texte tauchen mehrmals und unter verschiedenen „Überschriften“ auf- das soll darauf verweisen, dass es immer verschiedene Blickachsen gibt, verwirrt mich aber auch. Es gibt vorab eine Zusammenfassung der Kernthesen der Beiträge – das hätte ich mir wenn, dann eher am Ende gewünscht, aber nicht im Voraus- es nimmt mir die Spannung, Lust am eigenen Erkunden und dem Finden meiner eigenen Position im Neine-Wald. Die Punkte, die als Essenz der einzelnen Beiträge genannt werden, stimmen auch nicht unbedingt mit dem überein, was das Wesentliche der Texte für mich jeweils ausmacht oder ausmachen könnte. Die kurze Vorstellung der Themenkomplexe hätte mir voll gereicht, in Kombination mit den Untertiteln der Texte, die mir persönlich schon genug weitergehende Orientierungshilfe boten, hätte ich mich aufgehoben gefühlt und orientiert aber nicht gelenkt und trotzdem konfus. Ich schwenke also nochmal kurz zur Ein_ladung vor… und ab dann lese ich einfach wie´s mir ist – und dann gelingt es mir mich mit den Texten zu bewegen.

Ich steige ein mit Debbie Taudts „Ja sagen! Aber zu was, wenn es keine Worte gibt?“. Mir hat zunächst gleich gefallen, dass der Text eine Verknüpfung herstellt zum Ja-Sagen. Der Text eröffnet Raum von einem Ja aus loszugehen. Im Fokus steht der Wille, eigenes sexuelles Begehren positiv zu bezeichnen, neue Worte zu bauen und von hier aus auch benennen zu können, wozu nicht ja gesagt wird. Ich mochte außerdem auch die kurze und sehr prägnante Darstellung der Geschichte des Ausschlusses der weiblichen Sexualität. Vom Wort der Masturbation und onanieren geht es zu den lexikalischen Ursprüngen, zu Freud und seinen sexistischen Fehldeutungen und von hier zur Gegenwart, in der in Kinderaufklärungsbüchern keine Hinweise auf die Klitoris und die Bedeutung beim Sex zu finden sind und bei gängigen Rechtschreibprogrammen Worte wie klitoral schlichtweg gar nicht existieren. Das Ergebnis ist, dass Penetration nahegelegt wird und andere Formen der Sexualität ausgeschlossen werden.
Der Text ist nach dem Lesen bei mir geblieben und in meinen Alltag gekommen, indem er mich dazu anregte, länger über mein eigenes Begehren und mögliche Worte dafür nachzudenken: Mal in der U Bahn sitzend in meinem Kopf neue Worte zur Masturbation schöpfen. Aber auch das Wort klittern, eine Wortkreation aus Klitoris und Glitzern, das die Autor_in aus Schweden mitbringt, gefällt mir sehr und hat einen Platz in meinem aktuellen Sprachgebrauch gefunden.
Am Ende des Textes fanden sich dann Hinweise auf weitere Themen, die ich weiterverfolgen kann. Mich spricht „Wenn die Sexualassistenz meine Grenze überschreitet“ irgendwie an; ich habe Lust dieser Spur zu folgen.
In diesem kurzen Text von Katja Alekseev schildert Katja die Rolle der Sexualassistenz für eine selbstbestimmte Sexualität und beschreibt eine erlebte Grenzüberschreitung in diesem Kontext. Der Text hat mich durch die radikale Berührtheit beeindruckt. Katjas Offenheit zu erleben hatte etwas total Bestärkendes für mich. In der Schilderung einer Interaktion mit der Sexualassistenz kam es zu bestimmten Aktionen, die ich aus meiner ablesierten Perspektive heraus als extrem intim empfinde und für mich selbst vermutlich als grenzüberschreitend erleben würde; aber Katja empfand etwas völlig anderes als grenzüberschreitend. Damit hat der Text mich vor allem an die Subjektivität des Erfahrens von Grenzen erinnert und mir noch einmal vor Augen geführt: So etwas wie eine objektive Grenze kann es gar nicht geben. Eine Überschreitung wird immer von der Person, der sie wiederfährt als solche benannt.
In der Form ging es dann weiter durch das Buch, so ein wenig springend, mal hier mal da etwas lesend.
Was hier flüssig, spielerisch als Leseweg skizziert wird, zog sich über einen längeren Zeitraum. Die vielen Texte mit den hierin angesprochenen Aspekten lösten in mir auch oft Bezüge zu eigenen Erfahrungen und damit Trauer, Wut, Stress und Unsicherheiten aus, manchmal war es schön, nicht alleine zu sein, während des Lesens und die unterstützende Anwesenheit einer vertrauten Person an der Seite zu haben.
Der Text von Nello Fragner Notizen zu m_einem Nein beschäftigt sich mit der Verschränkung von Privilegien und Gewalterfahrungen und Möglichkeiten des Umgangs damit. Der Text besteht aus sieben Abschnitten, die zusammengefasst eigene sexualisierte Gewalterfahrungen thematisieren, sie in Bezug zu patriarchalen Strukturen setzen und Auswirkungen benennen. Durch die fragmentarische Strukturierung des Textes werden verschiedene Aspekte sichtbar und es gibt Innenansichten und Teile, die aus einer reflektierenden, mehr beobachtenden Perspektive auf das Erlebte schauen. In mir entsteht das Bild einer Linse: ganz nah heranzoomen, und wieder heraus. Diese unterschiedlichen Blicke auf Erlebtes gefallen mir. Nello macht auf die teils tiefgreifenden Konsequenzen, die das Aussprechen und Sichtbarmachen erlebter Gewalterfahrung haben kann und die über das Ereignis selbst hinaus reichen, aufmerksam.
Auf eindrückliche Weise macht Nellos Text für mich daher die Bedeutung solcher Buchprojekte wie „Wege zum Nein“ sichtbar und macht mir Mut mich mit anderen zu verbinden in allem was da ist: der Trauer der Wut und der Kraft.

Es gibt viele Wege durch dieses Buch zu gehen. Ich habe mich besonders an die erfahrungsbasierten Texte gehalten, aber das Buch bietet noch viel mehr, enthält Texte zu juristischen, aktivistischen Aspekten und nicht zuletzt auch theoretische Texte. Vor allem durch diese Mischung kommt für mich die Stärke dieses Buches zum Ausdruck, weil es sich dem „Widerspruch, dass sexuelle Gewalt meinen eigenen Körper betrifft und gleichzeitig nichts mit mir persönlich zu tun hat“ ,wie es Sina Holst in dem Text „Sprechende Bilder, Widerstand und Spucke“ benennt, stellt. Mit all den verschiedenen Facetten inklusive Unsicherheiten, wird das Buch zu einem Gegenüber – entschieden, hörbar und stark. Es bleibt immer deutlich in der Überzeugung, das eigene Leben politisch zu begreifen und die gesellschaftlichen Kämpfe in persönlichen Auseinandersetzungen und Erfahrungen ernst zu nehmen. Was mir etwas gefehlt hat, ist eine Art Rausbegleitung aus dem Buch. Die Beiträge verzahnen und verknüpfen sich in ihrer Unterschiedlichkeit sehr organisch – genau deshalb hätte mir am Ende des Buches die Zusammenfassung der Kernthesen gut gefallen, um mich zu ordnen, wie nach einer Reise eben, wenn wir, Gefundenes und Erfahrenes sortieren und dafür einen Platz in unserem Alltag finden.
Also erinnerte ich mich noch einmal an die Ein_ladung, da hieß es: „Wir suchen nach Wegen, positioniert zu schreiben, die eigenen Verstrickungen einzubeziehen und zu zeigen. Zu fragen, wie betrifft mich das und wohin will ich damit? unsere Texte sind Bewegungen.“. Es waren sehr spannende Anregungen und verzweigte Wege, die es mir bot und mit den dort enthaltenen Anregungen im Sinn, kann ich das Buch sehr gut empfehlen. Auch weil es immer wieder neu gelesen werden kann und ich es als gute Wegbegleitung in Bezug auf meine persönliche Auseinandersetzung mit sexualisierten Gewalterfahrungen wahrgenommen habe.

J&B

Fußnote:

* Im Jahr 2017 wurde nach langen Kämpfen um das Sexualstrafrecht eine Gesetzesveränderung vorgenommen, die aber auch im Kontext einer öffentlichen Debatte, die auf die Übergriffe Silvester 2015/16 in Köln und anderen Städten reagierte, für rassistische Stimmungsmache instrumentalisiert wurde. Die Reform des Sexualstrafrechts hat neue Tatbestände geschaffen (Strafbarkeit sexueller Angriffe aus einer Gruppe heraus) und bestehende verschärft, Einbeziehung von leichteren Straftatbeständen, „Begrabschen“, um lang beklagte Strafbarkeitslücken zu schließen. Es reicht künftig aus, dass das Opfer seinen entgegenstehenden Willen ausdrücklich verbal oder etwa durch Weinen oder Abwehrhandlungen, zum Ausdruck bringt. Eine Gewaltandrohung oder -ausübung ist nicht mehr Voraussetzung für die Strafbarkeit der übergriffigen Handlung. Auch Fälle, in denen das Opfer nicht in der Lage war, den entgegenstehenden Willen zu veräußern, kann als strafbar anerkannt werden. Zwar entspricht dies dem Versuch, der Maxime: „Nein heisst Nein“ gerecht zu werden, die in die Reform eingebaute Verschärfung des Ausweisungsrechts bleibt jedoch zu kritisieren. Für eine Einführung siehe bspw. Mädchenmannschaft: Von #NeinHeißtNein zu verschärften Ausweisungen? für mehr Details der damaligen Debatte siehe Blog von Halina Wawzyniak: Letzte Lesung Sexualstrafrecht

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Administrator <![CDATA[Beiträge für #10 gesucht!]]> http://brava.blogsport.de/2017/12/17/beitraege-fuer-10-gesucht/ 2017-12-17T11:47:55Z 2017-12-17T11:47:55Z Allgemein

Wir suchen für die 10. Ausgabe der Brav_a eure Beiträge! Die Deadline ist der 28. Februar 2018. Wie immer könnt ihr uns Beiträge zu allen möglichen Themen schicken, aber wir haben uns auch wieder zwei Schwerpunktthemen ausgedacht. Eins davon soll „Veränderung“ sein, das andere „Eltern“.
Den ganzen Call könnt ihr hier nachlesen: Suche nach Beiträgen/ Call for submissions.

We’re looking for your contributions for our 10th issue! The deadline is the 28h of February. As always you can send us submissions about all kinds of issues, but we’ve again come up with two focus topics: One is “change”, the other one “parents”.
You can read the whole call here: Suche nach Beiträgen/ Call for submissions.

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Administrator <![CDATA[Queeres Verlegen und Interview]]> http://brava.blogsport.de/2017/12/01/interview/ 2017-12-01T13:29:15Z 2017-12-01T13:29:15Z Allgemein Wir waren beim Queeres Verlegen 3 wie dieses Foto beweist und wurden dort von der Zeitung Woxx interviewt.
Queeres Verlegen Berlin 3
Foto: Queeres Verlegen

Die „Bravo“ kennen alle. Im Rahmen der feministischen Buchmesse „Queeres Verlegen“ hat die woxx mit der Brav_a geredet, einer Zine, die einen queeren Gegenpart zu dem bekannten Jugendmagazin bildet.
Das ganze Interview zum anhören findet ihr hier.

Wir suchen auch bald nach neuen Beiträgen für die Brav_a #10. Seid gespannt! :) Ideen für Schwerpunktthemen nehmen wir gerne an! Schreibt uns: brav_a@gmx.de

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Administrator <![CDATA[Brav_a #9 jetzt als pdf]]> http://brava.blogsport.de/2017/10/05/brav_a-9-jetzt-als-pdf/ 2017-10-05T22:25:01Z 2017-10-05T22:25:01Z Allgemein Ab jetzt könnt ihr die neue Brav_a umsonst als pdf herunterladen! Entweder auf unserer Download-Seite oder auf unserem issuu-Profil.

Brav_a #9 is available now for free as pdf! Either on this site under Download or on our issuu-Profile.

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Administrator <![CDATA[Kaufen & Vernetzen]]> http://brava.blogsport.de/2017/09/07/kaufen-vernetzen/ 2017-09-07T16:34:21Z 2017-09-07T16:34:21Z Allgemein Zwei gute Neuigkeiten: Brav_a bei Prinz Eisenherz
1. Dank der Arbeit unserer einpersonigen Vertriebsabteilung findet ihr die Brav_a #9 jetzt in allen auf dieser Seite aufgezählten Buchläden, Cafés, Archiven und Läden. Auf dem Foto übrigens in der Prinz Eisenherz Buchhandlung. Neben Missy Magazin und L-Mag machen wir uns doch gar nicht so schlecht :)

2. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir wieder zur Queeres Verlegen Messe am 18. November in Berlin eingeladen wurden! Queeres Verlegen 18.11.17

Die Veranstaltung bietet publizierenden und lesenden Menschen Raum für Vernetzung und inhaltlichen Austausch über politische, inhaltliche und alltagspraktische Themen des queeren Publizierens.

Auch wir werden also mit einem Tisch dabei sein, wer die vielen anderen tollen Verlage und selbstverlegten Zines sind, könnt ihr hier nachlesen. Also kommt vorbei, es lohnt sich!

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Administrator <![CDATA[Brav_a-Sticker]]> http://brava.blogsport.de/2017/08/16/brav_a-sticker/ 2017-08-16T22:27:35Z 2017-08-16T22:27:35Z Allgemein Brav_a-Sticker: Radical Self-love
Brav_a-Sticker: Radical Softness
Nach 5 Jahren Brav_a haben wir es endlich mal geschafft Sticker zu drucken! Ab jetzt gratis bei jeder Brav_a-Bestellung dabei, so lange der Vorrat reicht.

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Administrator <![CDATA[Zine Reviews]]> http://brava.blogsport.de/2017/07/30/zine-reviews/ 2017-07-30T19:59:41Z 2017-07-30T19:59:41Z Allgemein eine stark verkürzte Version findet ihr in der Brav_a #9

Es gibt weiterhin soviele coole Zines, von vielen weiß eine*r nichts, und deswegen haben wir hier dieses großartige ZINE-REVIEW gemacht!
Einen Nachmittag haben sich ein paar Brav_istas zusammengesetzt und gemeinsam einen großen Stapel Zines gelesen und für euch geschaut, was es so gibt und was uns warum gefallen hat. In der gedruckte Version haben wir die Bewertung in Katzen (1-5 pro Kriterium) auch grafisch abgebildet. Für das Blog war uns das zu kompliziert.

Habt ihr das Gefühl dass ein besonderes Zine gefehlt hat? Oder seht ihr einige Sachen ganz anders? Schreibt uns gern, gebt uns Hinweise auf weitere Zines und schreibt gern eigene Reviews für die nächste Brav_a-Ausgabe! (an brav_a@gmx.de)

Einige Zines haben wir übrigens auf archive.qzap.org gefunden, einem Archiv, dass queere Zines weltweit sammelt und nach verschiedene Kategorien geordnet zusammenträgt. Falls ihr eines der Zines spannend findet, aber nirgendwo zu haben ist, könnt ihr uns auch gerne anschreiben und wir leihen es euch.

katzen

Slightly Dazed

Preis: 2 Euro
Von wem: Fox Italic
Jahr/Seitenzahl: 2011/30
Ort/Sprache: aus Berlin in Englisch
Worum gehts? In Comicform werden kurze einseitige Szenen aus dem WG Alltag gezeigt. Jede zweite Geschichte ist witzig und es gibt ausreichend Katzen! Toll. Einige Geschichten waren mir aber zu komplex.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästhetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 3 Katzen
Uniqness: 2 Katzen

Upskirt – dirty (un)feminist secrets

Preis: umsonst im Internet
Von wem: teresa, poopytoothpaste[at]gmail.com
Jahr/Seitenzahl: 2009/38
Ort/Sprache: aus Kanada in Englisch
Worum gehts? Traditionell auf der Schreibmaschine geschrieben, geklebt und kopiert sammelt das Zine in kurzen knappen Sätzen schmutzige Geheimnisse von Feminist_innen. Von als unfeministisch empfundenen sexuellen Vorlieben bis sich seinen Schnurrbart bleichen ist alles dabei. Die persönlichen Gedankenschnipsel verschiedener Personen sind interessant, amüsant bis „oh ja das kenne ich…“ Es hilft dabei zu realisieren, dass auch die taffesten Feminist_innen nicht perfekt sind…

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik : 4 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 3 vKatzen
Uniqness: 4 Katzen

Abuse ist 1 Rose

auf der rechten Überholspur in der queeren Szene

Preis: kostenlos
Von wem? unbekannt
Jahr+Seitenzahl: Oktober 2016, 20 Seiten
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch
Worum gehts?: Das Zine beschäftigt sich mit sexuellem Missbrauch und der Frage, wie mit Täter_innen aus einer linken Haltung heraus umgegangen werden kann, wenn die Forderung „Todesstrafe für Kinderschänder“ keine Option darstellt und Knäste eigentlich abgeschafft gehören. Neben einem eigenem Statement werden im Anhang zwei Fälle dokumentiert, in welchen laut Autor_in emanzipatorische Perspektiven auf Täter_innen und Opfer von sexualisierter Gewalt durch „die linken Szene“ als Täter_innen schützend gebrandmarkt werden. Besonders die Dokumentation von facebook-Einträgen und Kommentaren im Anhang offenbart eine mehr als fragwürdige Form „der Linken“ in der Auseinandersetzung mit solchen komplexen gesellschaftlichen Themen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästhetik: 1 Katze
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 5 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

mein dicker körper – und ich.

nein, besser: mein körper im ich … nein. ich: ein körper

Preis: 4 -14€
Von wem: SchwarzRund
Jahr/Seitenzahl: 2015, 16?
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch
Worum geht’s? SchwarzRund beschreibt in einer vielfältigen Collage aus Zeichnungen, Comics, Texten einen Einblick in die Mehrfachdiskrimierung die sie als queere Schwarze Dicke Person erlebt. Wie es ist in queeren oder linken Weißen Communities einem kolonialem Blick ausgesetzt zu sein und in Schwarzen Hetero-Communities Unverständnis für queere Identitäten zu begegnen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit: 5 Katzen
Spannung: 4 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

Queer & Nüchtern

Erfahrungen von queeren und trans Menschen zu Nüchternheit und Rauschkultur

Preis:??
Von wem: Simo, queertrashdistro.tumblr.com
Jahr+Seitenzahl: Oktober 2016, 67 Seiten
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch
Worum gehts? Das Zine versammelt 11 Interviews, in denen queere/trans Personen über ihre Erfahrungen mit Alkohol und ihre Gründe für den Verzicht berichten.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit: 5 Katzen
Spannung: 4 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

Suicidal, Lazy, Narcissistic, Slut

a suicide note, pt 1

Preis: 2 Euro
Von wem: ?, suicidallazynarcissisticqueerslut.wordpress.com
Jahr+Seitenzahl: ?
Woher kommts?: gesehen auf dem Queer-Zinfest 2016
Worum gehts? In harten Worten wird eine persönliche Abrechnung mit der queeren Blase und nach Außen gespiegelter Utopie vorgenommen, die unversöhnlich persönliche Schwierigkeiten und Erfahrungen des Scheiterns formuliert, Wirkungen beschreibt und einfach nur wütend ist. Es gibt keine konstruktive Auflösung, keine Einschränkung, kein glückliches Ende. Das Zine verweigert sich harmonischer Beruhigung und ist verwirrend einprägsam.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 2 Katzen
Spannung: 3 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

Kompass – Gegen sexualisierter Gewalt – für einen besseren Alltag

Preis: kostenlos auf unterstuetzerinneninfo.blogsport.de
Von wem: Navina. N.
Jahr+Seitenzahl: 2013, 36 Seiten
Ort/Sprache: aus Hamburg auf deutsch
Worum gehts? Die Gruppe Unterstützerinneninfo hat vor einigen Jahren drei Hefte für verschiedene von sexualisierter Gewalt betroffene Personengruppen erarbeitet, die Online verfügbar sind: Die Broschüre ‚Aufbruch‘ richtet sich an Betroffene von sexualisierter Gewalt und gibt Informationen zu Sachen wie medizinischer Versorgung, Beratungsstellen, Psychotherapie, rechtlichen Schritten und Schutzmaßnahmen. Im Heft ‚Wegbegleitung‘ finden sich Informationenfür Unterstützerinnen von Betroffenen von sexualisierter Gewalt. Hier geht es vor allem um Möglichkeiten des Umgangs mit sexualisierter Gewalt, den Umgang mit der_dem Betroffenen und den Umgang mit sich selbst als Supporter_in. Im Heft ‚Kompass‘ geht es um Mythen und Realität im Bezug auf sexualisierte Gewalt: Wie passiert diese? Wer sind die Betroffenen? Wer sind die Täter? Außerdem geht es um Perspektiven für einen Umgang mit dieser ganzen Realität: Definitionsmacht, Umgang mit einem Täter_innenvorwurf, Nein heißt Nein und Ja heißt Ja! Es ist – auch wenn sicher nicht alles immer geteilt wird – auf jeden Fall sehr cool eine solche Sammlung für verschiedene Positionen in diesem Feld zu haben und die Hefte zeichnen sich alle durch eine achtsame und verständliche Sprache aus.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Kein Zine, eher eine Broschüre? Deswegen vllcht. Eher keine Katzenbewertung hier?

All the fun you think they had

Preis: 2-3 Euro
Von wem: allthefunyouthinktheyhad[at]gmail.com, auf etsy zu kaufen
Jahr/Seitenzahl: ?/34
Woher kommts?: ?
Worum gehts? Das Heft sammelt und bespricht Zugänge zu Eifersucht. Was ist das, wie ist das, was hängt da noch dran, wie zeigt sich das und ist das okay? Und beschreibt dann vor allem die Erfahrungen mit Eifersucht von einer einzelnen Person. Dazu gibt es einige sehr schöne Zeichnungen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 2 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 3 Katzen

Thoughts about community support around intimate violence

Gedanken über gemeinschaftliche Hilfe in Fällen von intimer Gewalt

Preis: kostenlos auf transformation.blogsport.de
Von wem: transformative-hilfe[at]mail36.net
Jahr/Seitenzahl: 2009/64
Woher kommts? transformation.blogsport.de
Ort/Sprache: aus den USA, Übersetzung ins Deutsche aus dem Englischen
Worum gehts? Aus einer Zeit als Blogs noch sehr verbreitet waren stammt dieses Heft zum Umgang von Communitys mit sexualisierter Gewalt. Es geht hier darum wie in Gemeinschaften mit Fällen von sexualisierter Gewalt in Partnerschaften umgegangen werden kann und was für Erfahrungen mit Unterstützung es gibt. Das Zine ist sehr cool, da es Überlegungen und Anleitungen zu Umgangsweisen mit Erzählungen von echten Begebenheiten verbindet. Als Ressource für Auseinandersetzung sehr zu empfehlen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 1 Katzen
Uniqness: 3 Katzen

The Philly Dudes Collective – Year One (And a Half)

Preis: kostenlos auf archive.org
Von wem: Philly Dudes Collective
Jahr+Seitenzahl: 2009, 14
Ort/Sprache: aus den USA auf Englisch
Worum gehts? In dem Zine stellt sich das Kollektiv „The Philly Dudes Collective“, eine anti-sexistische „Männergruppe“ aus radikalen/anarchistischen Zusammenhängen in der Punk-Szene von Philadelphia vor. Es wird ein Überblick über Aktivitäten im ersten Jahr gegeben. Sie geben Hinweise für Leute, die sich in Gruppenprozessen mit Maskulinitätskonzepten und Männerollen auseinander setzen wollen. Hierbei gehen sie auch auf gescheiterte Versuche und Probleme in größerem Umfang ein. Zwar ist das Zine schon etwas älter und der Community Gedanke ist im Berliner Raum (?) auch nicht in der Form vorhanden, wie er in dem hier zugrundeliegenden Kontext gegeben scheint, aber angesichts eines immer noch weitgehend bestehenden Mangels an Erfahrungen zur Transformation von toxischer Männlichkeit und wenig Ausarbeitungen zur „radical softness“ ist das Zine spannend. Auch die Ressourcen am Ende geben Gedanken zu möglichen Vertiefungen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit:2 Katzen
Spannung: 3 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

Body Temperature: A Zine about Being Cold

Preis: Spende
Von wem: Comet Crowbar
Jahr/Seitenzahl: 2014/30
Woher kommts?: ?
Worum gehts? Das Zine ist dem Thema Temperatur und Kälte gewidmet; kleine Anekdoten erzählen von Begegnungen mit Kälte, sei es die väterliche Nahtod-Erfahrung oder Bekleidungstipps für kalte Tage. Es ist schön, weil es ein sonst nicht behandeltes Thema auf eine sprunghafte, intuitive und selbstständige Art behandelt und dabei angenehm persönlich ist.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit:2 Katzen
Spannung: 3 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

Politisch Ungeeignet II

Preis: 2 Euro
Von wem: politischungeeignet.wordpress.com
Jahr+Seitenzahl: 2016, 15
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch
Worum gehts? In 13 kleinen Gedichten wird der politische Alltag durch einen Aktivisten in Berlin kommentiert. Einiges klingt manchmal schon fast zu sehr vertraut und doch finden sich am Ende schöne Einsichten und treffende Beschreibungen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 3 Katzen

Behind the closet doors: Confronting Emotional Abuse in intimate partnerships

Preis: online verfügbar unter: supportny.org (pdf)
Von wem: Support Network New York
Jahr+Seitenzahl: 2010, 30 Seiten
Ort/Sprache: aus den USA auf englisch
Worum gehts? „Emotional abuse“ wird erklärt und Vorkommensweisen in queeren Szenen besprochen. Dazu gibt es Hilfestellungen und Rückfragen, die helfen sollen, eigene Beziehungen zu hinterfragen und übergriffige Muster bei sich, Partner*innen und im eigenen Umfeld zu bemerken. Sehr hilfreiches Zine, da es wenig wertend und praktisch dieses sensible Thema angeht.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 3 Katzen

The first annual – dykes and their hair (art opening)

Preis: ein dyke-Haarschnitt oder $5
Von wem: one East-Asian dyke with Hair Style Fig. 6 mit dem Namen Teresa, poopytoothpaste[at]gmail.com
Jahr+Seitenzahl: April 2008, 20
Ort/Sprache: aus den USA? auf englisch + Bildsprache
Worum gehts? Das Zine versammelt 16 Frisuren, die als queer gelesen werden. Schon durch das Cover und spätestens mit der Schere auf der Rückseite, wird die bastelfreudige Leser_in animiert, die Bilder auszuschneiden, einzurahmen und im extra dafür renovierten Flur der eigenen WG auszustellen. Toll! Wie die Autorin im Vorwort schreibt: „There is nothing to „get“ there. The only appropriate thing to do when looking through the zine is to laugh.“ Mehr nicht? Doch, denn es stellt sich heraus, dass diese Szenefrisuren fast nur mit glatten Haaren funktionieren und damit der Style von dykes mehrheitlich für „non-heterosexual white women“ reserviert ist. Das zine hält uns im wahrsten Sinne des Wortes einen Spiegel vor. Wie wichtig sind schon Frisuren?

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 5 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 4 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

Awkward at the doctor – Sinful! Shocking! Revealing!

Preis: ?
Von wem: Jennifer Busby, Lance Heisler, Kari Odden
Jahr+Seitenzahl: 24 Seiten, Jahr nicht angegeben
Ort/Sprache: aus den USA auf englisch
Worum gehts? Das Zine beschäftigt sich mit der meist nicht adäquaten, unzureichenden und/oder verletzenden Behandlung von queers durch die Medizin. Es fordert Ärzt_innen dazu auf, ihrem hippokratischen Eid zu folgen und Menschen unabhängig von ihrem Lebensstil, Sexualität, Selbstverständnis im Sinne der jeweiligen Bedürfnisse zu behandeln und zu beraten. Unterschiedliche Erfahrungen, Tipps und Quellen für weitere Recherchen und Unterstützung supporten und stärken darüber hinaus die Leser_in.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 4 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 5 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

femme whore

Preis: online verfügbar
Von wem: Sex Worker Open University
Jahr+Seitenzahl: 2014, 30 Seiten
Ort/Sprache: aus UK auf englisch
Worum gehts? Die „Sex Worker Open University“ ist eine Organisation, die Informationen und Erfahrungen von Sexworker*innen sammelt und verbreitet. In „femme whore“ erzählen Sex-Worker*innen, die sich „femme“ zuordnen oder zugeordnet werden über Arbeitserfahrungen. Wie auch in anderen Broschüren (z.B. „TRANS RENTBOYS: LOVE DON‘T PAY THE RENT“, ebenfalls Online verfügbar) von SWOU ist es cool, diese Perspektiven zu vergleichen oder kennenzulernen.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

ethical sloth #1 – Hang with the Gang

Preis: 3 Taler
Von wem: dana „dossie“ moustache & yori „janet“ gagarim; ethicalsloth.net
Jahr+Seitenzahl: 2014, 36 pages
Woher kommts?: aus Berlin
Worum gehts? Inzwischen gibt es bereits eine #7 Ausgabe der Compilation-Serie the „Ethical Sloth“, die ungefähr halbjährlich gesammelte Zeichnungen, Skizzen, Comics, Geschichten von queer*en comicmacher_innen für andere queer*e comicmacher_innen. Und obwohl die Schwerpunkthemen so verschwurbelt sind, dass jede Erwartung unterlaufen wird ist jede Ausgabe sehr lesenswert. Persönlich mag ich die erste Geschichte aus Issue #1 immer mit am liebsten, treibt sie die Vertierlichung von Personen schön, in Reimen und unterhaltsam auf ein neues Level.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 4 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

HO LOVER – about dating & friending sex workers

Preis: online verfügbar
Von wem:Sunny, sunnydragonflight[at]yahoo.com
Jahr+Seitenzahl: 2011, 16 Seiten
Ort/Sprache: aus Kanada auf englisch
Worum gehts? Das Zine versucht aus einer Perspektive, nicht selber sex-work zu betreiben für Ally’s und Assoziierte von sex-worker*innen einige Vorurteile und Erwartungen und Missverständnisse zu deren Arbeit aufzuarbeiten. Dabei werden viel auch Vorurteile zu Freund_innen und Partner_innen von Sex-Work_innen aufgegriffen und bearbeitet. Insgesamt sehr cool, da es aus einer anderen Perspektive noch einmal ergänzend nicht ersetzend sex*work Bedingungen thematisiert und hilft verkürzende Vorstellungen zu zeigen und zu überwinden. Spannend ist auch die präzise Herausarbeitung und wertschätzende Beschreibung, davon, was konkret, Sex-Arbeit alles umfasst.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 1 Katze
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 3 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

My Vag

Preis: ?, kann online angeschaut werden
Von wem: Margalit Cutler, margalitcutler.com
Jahr+Seitenzahl: ?, 10 Seiten
Ort/Sprache: aus New York, Berlin auf englisch
Worum gehts? Der kurzweilige Comic setzt „My Vag“ in Relation zu verschiedenen Tieren und Gegenständen um auf diesem Weg eine Beschreibung und Zuordnung von Stärken zu schaffen. Sehr schön, sehr empowernd und vielleicht eine Anregung über Analogien Sprache zu finden.

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Ästetik: 5 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 1 Katze
Uniqness: 4 Katzen

πισχóν 4 (Pischon 4)

Preis: Spende
Von wem: pisxazon[at]yahoo.gr
Jahr+Seitenzahl: 2016, 48
Ort/Sprache: aus Athen/Darmstadt
Worum gehts? Wir erleben eine Sammlung von Texten, Bildern und kurzen Comics, die den Alltag einer Person zwischen den Welten Berlin und Athen beschreiben. Die alltäglichen und sehr persönlichen Geschichten sind teilweise komplett verwirrend und irritierend, teilweise schön, poetisch und erschreckend. Das Zine fühlt sich an, als hätte wer etwas gesagt, dass zwar nicht komplett verständlich aber dabei merkwürdig wichtig war.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit: 2 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 3 Katzen

Being dangerous 2 – a zine about the intersection of bdsm and radical politics

Preis: ?
Von wem: R & K & Others
Jahr+Seitenzahl: 2017, 28 Seiten
Woher kommts? ?
Worum gehts? In einem Gedicht, einigen Texten und Comicgeschichten werden Erfahrungen zu verschiedenen Formen von Alltag, Sexualität und Partnerschaft dargestellt. Bdsm verweist auf ein Aushandlen und Verhandeln von Aktivitäten und Wörtern. Das Zine ist cool, weil es ein weniger behandeltes Thema fokussiert und Gedanken zu Sexualitätsformen und Bezeichnungsweisen vorschlägt.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit: 2 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

fuck with this – a zine about sex toys and how to use them

Preis: Spende?!?
Von wem: jes walsh, growingzine[at]gmail.com, jeswalsh.tumblr.com
Jahr+Seitenzahl: 2012/2015, 20Seiten
Woher kommts?: aus Berlin u.a. auf englisch
Worum gehts? Jes gibt eine kleine Einführungstour in die Welt der Sexspielzeuge, erklärt Basics, Sex-Toyarten, Verwendungshinweise. Und führt ein in die diy-toy-Kunst. Es liesst sich schnell und kurzweilig, sieht sehr zineesk aus und beantwortet für Anfänger_innen eine Reihe wichtiger_möglicher Fragen.

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Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 1 Katze
Uniqness: 4 Katzen

Scary Hairy – Overcoming limitations of being raised as a girl

Preis: ?
Von wem: weakandlovely[at]hotmail.com
Jahr+Seitenzahl: 2014, 32
Ort/Sprache: ? auf englisch
Worum gehts? In kurzen Texten und Comics werden diverse feministische Themen angesprochen. Z.B. das weibliche Kleidung so oft unbequem, unpraktisch oder sogar ungesund (High-Heels) ist, der Druck in der feministischen Szene zu einem maskulinen Style wird problematisiert und antifeministische Argumente widerlegt. Ein großer Schwerpunkt sind weibliche Körperhaare und der gesellschaftliche Zwang sie zu entfernen.

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Ästetik 4 Katzen
Lesbarkeit 3 Katzen
Spannung 3 Katzen
Uniqness 3 Katzen

Class Matters!

Preis: ?, online lesbar
Von wem: ClaraRosa, clararosa.blogsport.de, issuu.com/classmatters/docs/classmatterszine
Jahr+Seitenzahl: 2014, 22
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch und englisch
Worum gehts? Die zusammengestellten Beiträge von ClaraRosas Blog und Facebook-Seite thematisieren Klassismus, vor allem in Bezug auf die mittelschichtsdominierte linke Szene. Aus der Perspektive von jemanden mit Working Class Hintergrund problematisiert das Zine übliche Praxen und Sprache mit denen auch in angeblich reflektierten linken Szenen, Menschen ohne Mittelschichts-Privilegien ausschlossen und abgewertet werden. Weiterhin ein wichtiges Thema finden wir.

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Ästetik: 3 Katzen
Lesbarkeit 4 Katzen
Spannung: 5 Katzen
Uniqness: 5 Katzen

Radical vulnerability and mental health

Preis: ?
Von wem: queer_marshmallow[at]riseup.net, bei queertrashdistro.org erhältlich
Jahr+Seitenzahl: 2016, 12
Ort/Sprache: aus Berlin auf englisch
Worum gehts? „Radical vulnerability“ (oder wie es im Zine auch genannt wird „radical softnesse“) werden erklärt (nicht gefühlslos tuen, keine emotionalen Spiele verfolgen; mit Gefühlen offen sein und diese zeigen und sich damit angreifbar machen) und in Verbindung gesetzt mit persönlichen mental health Problemen. Das Zine arbeitet die Schwierigkeiten heraus, die sich aus der Anwendung von radical vulnerability für den Fall von mental health issues ergeben. Wo ist die Grenze an Offenheit bei mir, wieviel Offenheit kann anderen zugemutet werden. Es zeigt am Beispiel, dass radical softness eher ein Hinweis auf Problem von zu starker Verschlossenheit gegenüber eigenen Emotionen im Umgang mit andern ist als ein leicht anwendbares Rezept dieses Problem zu bearbeiten.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 3 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

Safer Sex – Ein Handbuch

Preis: 1 Euro Schutzgebühr
Von wem: Daniela Thörner, daniela-thoerner.de
Jahr+Seitenzahl: 2015, 40
Ort/Sprache: aus Berlin auf deutsch
Worum gehts? Es gibt haufenweise Bücher zum Thema Sexualität aber mit dem kleinen Preis und dem geringen Umfang ist die Safer Sex Broschüre etwas was sich gut nebenbei mitnehmen und lesen lässt um niemals in Verlegenheit zu kommen wenn es um Sicherheits-Basics im Kontext von Sexualität kommt. Dabei richtet sich das Buch an explizit alle Geschlechter, Orientieruns- und Lebensweisen und hat auch einen Bedürfnisorientierten Startpunkt und beginnt nicht mit Normvorstellungen, was Sex haben zu bedeuten hat.

Rezension in Katzen ausgedrückt (0 bis 5):
Ästetik: 2 Katzen
Lesbarkeit: 4 Katzen
Spannung: 2 Katzen
Uniqness: 4 Katzen

katzen

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Administrator <![CDATA[Brav_a #9 Release-Lesung]]> http://brava.blogsport.de/2017/07/27/brav_a-9-release-lesung/ 2017-07-27T17:09:07Z 2017-07-27T17:09:07Z Allgemein Brav_a #9 Cover
17.08.2017 um 19:30h, B-Lage, Mareschstr. 1 in Neukölln

Brav_a #9 Release: 70+ Seiten Spaß und Spannung nur für euch! Mit Tombola und Lesung, so wie ihr es mögt. Danach zusammen chillen und awkward sein.
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Brav_a #9 Release: 70+ pages of fun an excitement only for you! With tombola and reading (in German), just as you like it. Then chilling together and being awkward.

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Administrator <![CDATA[Rezension: Support your Sisters not your Cisters]]> http://brava.blogsport.de/2017/03/18/rezension-support-your-sisters-not-your-cisters/ 2017-03-18T13:40:04Z 2017-03-18T13:40:04Z Allgemein zuerst veröffentlicht in der Brav_a #8 im Oktober 2016

Die Sängerin, Autorin und Bildungsarbeiterin FaulenzA hat uns im April diesen Jahres angeschrieben, ob wir ihr Buch rezensieren können, das im März 2017 erscheinen wird. Das haben wir natürlich gerne gemacht. Mehr als vier Monate musste FaulenzA dann auf unseren ersten Textentwurf warten. Der war größtenteils positiv, aber ein paar kleine Kritikpunkte hatten wir. Die sind nun in der fertigen Rezension nicht mehr da, denn FaulenzA hat in einer freundlichen E-Mail-Diskussion (ja, das gibt es! ;) ) gesehen, was wir meinten, und die entsprechenden Buchpassagen kurzerhand anders formuliert. Von unserem Text sind also nur die lobenden Worte und eine sehr positive Einstellung gegenüber der Autorin geblieben …

FaulenzA Cover Support your sisters not your cisters
Support your sisters not your cisters
Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten

Mit Illustrationen von Yori Gagarim
Taschenbuch, 144 Seiten, 10 Euro
ISBN 978-3-96042-010-1 | WG 973
Neuerscheinung März 2017
Verlag: edition assemblage

„Support your sisters“ hat einen theoretischen Teil in dem herausgearbeitet wird, was genau Trans*feindlichkeit ist und was diese von anderen Ungleichheitsbehandlungsweisen unterscheidet. Danach werden in einem eher praktischen Teil persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, insbesondere auch in queeren und lesbischen Szenen, beschrieben, bevor am Ende diskutiert wird, wie es anders laufen könnte.
Aus einer subjektiven Perspektive gibt FaulenzA der_m Leser_in einen guten Eindruck davon, wie viel Scheiße sich Trans*frauen in der Welt da draußen, aber auch innerhalb der queer-feministischen Szene täglich reinziehen müssen. Sie fordert Cismenschen dazu auf, sich der eigenen Privilegien klar zu werden und Solidarität zu zeigen. Ergänzt mit eigenen Songtexten, schreibt sie über das Zusammenspiel aus Trans*feindlichkeit, Misogynie (die Abwertung von Frauen), Klassismus und Ableismus. Sie kritisiert die Pathologisierung von Trans*weiblichkeit und zeigt durch Beschreibung von persönlichen Erfahrungen, was für ein entwürdigendes Verfahren Trans*personen durchlaufen müssen, um die Kostenübernahme für eine geschlechtsangleichende OP zu erhalten.

FaulenzA beleuchtet die Auswirkungen von lebenslangen Ausschlusserfahrungen, die ein selbstbewusstes Auftreten erschweren und es so Betroffenen auch in vermeintlichen Safe Spaces schwierig machen können, sich ihren Raum zu nehmen. Hinzu kommt, dass auch queere und feministische Zusammenhänge von Vorurteilen und Herrschaftsstrukturen aus der Normalgesellschaft durchsetzt sind. Wie andere vor ihr schon kritisiert haben, wird auch hier Männlichkeit als stark und positiv betrachtet, während Weiblichkeit abgewertet wird. Und zu Recht kritisiert FaulenzA die Ausschlüsse, die gegen Trans*frauen durch diskriminierende oder schwammige Definierung von vermeintlich antisexistischen und feministischen Schutzräumen ausgesprochen werden.

In der Kritik an der queer-feministischen Szene illustriert das Buch immer wieder die Interessenskonflikte innerhalb dieser sehr heterogenen Menschengruppe. Ein Beispiel ist die Art, wie Menstruation in Form von Workshops, Vorträgen oder Kunst auf queer-feministischen Veranstaltungen oft thematisiert wird. Während es für menstruierende cis-Frauen höchst empowernd sein kann, sich über dieses gesellschaftliche Tabuthema und Tipps gegen Schmerzen auszutauschen, sind die Zielgruppenformulierungen oft verletzend für andere Gruppen. Eine „an Frauen“ gerichtete Veranstaltung übersieht, dass es sowohl trans*-Männer gibt, die menstruieren, als auch Frauen, trans*-Frauen wie cis-Frauen, die nicht menstruieren.

Das Buch verdeutlicht also, dass „die Szene“ eher ein Sammelbecken als ein monolithischer Block ist, in dem sich verschiedene Personen, die auf verschiedene Weise von der Gesellschaft geprägt und meistens schlimm behandelt wurden, wiederfinden und gemeinsame Räume miteinander verhandeln. Dadurch, dass alle Leute die diskriminierenden Gesellschaftsstrukturen noch in sich tragen, ist es leider unmöglich, die Szene als absoluten Safe Space zu etablieren.
Was wir aber etablieren können, ist eine Kultur des Den-anderen-Zuhören und der Empathie, das Sich-selbst-Reflektieren und Kontinuierlich-an-sich-Arbeiten. FaulenzAs Buch ist genau dafür geeignet: Es bildet die Perspektive einer Person ab, die sowohl in der Gesellschaft als auch in der Szene viel zu wenig gehört und berücksichtigt wird. Das sollten wir ändern!

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