Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Brav_a-Sticker

Brav_a-Sticker: Radical Self-love
Brav_a-Sticker: Radical Softness
Nach 5 Jahren Brav_a haben wir es endlich mal geschafft Sticker zu drucken! Ab jetzt gratis bei jeder Brav_a-Bestellung dabei, so lange der Vorrat reicht.

Zine Reviews

eine stark verkürzte Version findet ihr in der Brav_a #9

Es gibt weiterhin soviele coole Zines, von vielen weiß eine*r nichts, und deswegen haben wir hier dieses großartige ZINE-REVIEW gemacht!
Einen Nachmittag haben sich ein paar Brav_istas zusammengesetzt und gemeinsam einen großen Stapel Zines gelesen und für euch geschaut, was es so gibt und was uns warum gefallen hat. In der gedruckte Version haben wir die Bewertung in Katzen (1-5 pro Kriterium) auch grafisch abgebildet. Für das Blog war uns das zu kompliziert.

Habt ihr das Gefühl dass ein besonderes Zine gefehlt hat? Oder seht ihr einige Sachen ganz anders? Schreibt uns gern, gebt uns Hinweise auf weitere Zines und schreibt gern eigene Reviews für die nächste Brav_a-Ausgabe! (an brav_a@gmx.de)

Einige Zines haben wir übrigens auf archive.qzap.org gefunden, einem Archiv, dass queere Zines weltweit sammelt und nach verschiedene Kategorien geordnet zusammenträgt. Falls ihr eines der Zines spannend findet, aber nirgendwo zu haben ist, könnt ihr uns auch gerne anschreiben und wir leihen es euch.

katzen
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Brav_a #9 Release-Lesung

Brav_a #9 Cover
17.08.2017 um 19:30h, B-Lage, Mareschstr. 1 in Neukölln

Brav_a #9 Release: 70+ Seiten Spaß und Spannung nur für euch! Mit Tombola und Lesung, so wie ihr es mögt. Danach zusammen chillen und awkward sein.
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Brav_a #9 Release: 70+ pages of fun an excitement only for you! With tombola and reading (in German), just as you like it. Then chilling together and being awkward.

Rezension: Support your Sisters not your Cisters

zuerst veröffentlicht in der Brav_a #8 im Oktober 2016

Die Sängerin, Autorin und Bildungsarbeiterin FaulenzA hat uns im April diesen Jahres angeschrieben, ob wir ihr Buch rezensieren können, das im März 2017 erscheinen wird. Das haben wir natürlich gerne gemacht. Mehr als vier Monate musste FaulenzA dann auf unseren ersten Textentwurf warten. Der war größtenteils positiv, aber ein paar kleine Kritikpunkte hatten wir. Die sind nun in der fertigen Rezension nicht mehr da, denn FaulenzA hat in einer freundlichen E-Mail-Diskussion (ja, das gibt es! ;) ) gesehen, was wir meinten, und die entsprechenden Buchpassagen kurzerhand anders formuliert. Von unserem Text sind also nur die lobenden Worte und eine sehr positive Einstellung gegenüber der Autorin geblieben …

FaulenzA Cover Support your sisters not your cisters
Support your sisters not your cisters
Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten

Mit Illustrationen von Yori Gagarim
Taschenbuch, 144 Seiten, 10 Euro
ISBN 978-3-96042-010-1 | WG 973
Neuerscheinung März 2017
Verlag: edition assemblage

„Support your sisters“ hat einen theoretischen Teil in dem herausgearbeitet wird, was genau Trans*feindlichkeit ist und was diese von anderen Ungleichheitsbehandlungsweisen unterscheidet. Danach werden in einem eher praktischen Teil persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, insbesondere auch in queeren und lesbischen Szenen, beschrieben, bevor am Ende diskutiert wird, wie es anders laufen könnte.
Aus einer subjektiven Perspektive gibt FaulenzA der_m Leser_in einen guten Eindruck davon, wie viel Scheiße sich Trans*frauen in der Welt da draußen, aber auch innerhalb der queer-feministischen Szene täglich reinziehen müssen. Sie fordert Cismenschen dazu auf, sich der eigenen Privilegien klar zu werden und Solidarität zu zeigen. Ergänzt mit eigenen Songtexten, schreibt sie über das Zusammenspiel aus Trans*feindlichkeit, Misogynie (die Abwertung von Frauen), Klassismus und Ableismus. Sie kritisiert die Pathologisierung von Trans*weiblichkeit und zeigt durch Beschreibung von persönlichen Erfahrungen, was für ein entwürdigendes Verfahren Trans*personen durchlaufen müssen, um die Kostenübernahme für eine geschlechtsangleichende OP zu erhalten.

FaulenzA beleuchtet die Auswirkungen von lebenslangen Ausschlusserfahrungen, die ein selbstbewusstes Auftreten erschweren und es so Betroffenen auch in vermeintlichen Safe Spaces schwierig machen können, sich ihren Raum zu nehmen. Hinzu kommt, dass auch queere und feministische Zusammenhänge von Vorurteilen und Herrschaftsstrukturen aus der Normalgesellschaft durchsetzt sind. Wie andere vor ihr schon kritisiert haben, wird auch hier Männlichkeit als stark und positiv betrachtet, während Weiblichkeit abgewertet wird. Und zu Recht kritisiert FaulenzA die Ausschlüsse, die gegen Trans*frauen durch diskriminierende oder schwammige Definierung von vermeintlich antisexistischen und feministischen Schutzräumen ausgesprochen werden.

In der Kritik an der queer-feministischen Szene illustriert das Buch immer wieder die Interessenskonflikte innerhalb dieser sehr heterogenen Menschengruppe. Ein Beispiel ist die Art, wie Menstruation in Form von Workshops, Vorträgen oder Kunst auf queer-feministischen Veranstaltungen oft thematisiert wird. Während es für menstruierende cis-Frauen höchst empowernd sein kann, sich über dieses gesellschaftliche Tabuthema und Tipps gegen Schmerzen auszutauschen, sind die Zielgruppenformulierungen oft verletzend für andere Gruppen. Eine „an Frauen“ gerichtete Veranstaltung übersieht, dass es sowohl trans*-Männer gibt, die menstruieren, als auch Frauen, trans*-Frauen wie cis-Frauen, die nicht menstruieren.

Das Buch verdeutlicht also, dass „die Szene“ eher ein Sammelbecken als ein monolithischer Block ist, in dem sich verschiedene Personen, die auf verschiedene Weise von der Gesellschaft geprägt und meistens schlimm behandelt wurden, wiederfinden und gemeinsame Räume miteinander verhandeln. Dadurch, dass alle Leute die diskriminierenden Gesellschaftsstrukturen noch in sich tragen, ist es leider unmöglich, die Szene als absoluten Safe Space zu etablieren.
Was wir aber etablieren können, ist eine Kultur des Den-anderen-Zuhören und der Empathie, das Sich-selbst-Reflektieren und Kontinuierlich-an-sich-Arbeiten. FaulenzAs Buch ist genau dafür geeignet: Es bildet die Perspektive einer Person ab, die sowohl in der Gesellschaft als auch in der Szene viel zu wenig gehört und berücksichtigt wird. Das sollten wir ändern!

Suche nach Beiträgen für die 9. Ausgabe!

elefantWir suchen ab sofort nach neuen, tollen Beiträgen für die Brav_a #9! Schwerpunktthemen der neuesten Ausgabe werden Klassismus und Haare! Hier findet ihr den ganzen Aufruf mit allen Infos – as well as the English version! Also, schreibt, zeichnet, kreiert was euch so einfällt und schickt uns alles bis 15. April an: brav_a@gmx.de